In der Aula der Kaufmännischen Schulen Rheine herrschte am vergangenen Donnerstagmorgen ungewohnt geschäftiges Treiben: Dort, wo sonst Pausengespräche, gemeinsames Frühstück oder eine Runde am Kickertisch üblich sind, reihten sich Informationsstände aneinander. Unternehmenslogos, Flyer, Werbegeschenke und Gespräche über unterschiedliche Berufsfelder und Ausbildungswege bestimmten das Bild. „Bereits zum dritten Mal hat sich unsere Aula in eine Berufswahlmesse verwandelt“, beschrieb Schulleiter Tobias Raue während der Eröffnung die eintägige Veranstaltung, bei der Schülerinnen und Schüler der Kaufmännischen Schulen mit regionalen Ausbildungsbetrieben in Kontakt kommen konnten.

Organisiert wurde die schulinterne Messe von den Lehrerinnen Sandra Lagemann und Carmen Rethmann. Beide hatten zahlreiche Unternehmen eingeladen und den Tag vorbereitet: „In diesem Jahr konnte der Bewerbertag erneut wachsen: Insgesamt 36 Ausbildungsbetriebe aus der Region präsentierten sich in der Aula und stellten ihre Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten vor“, berichteten die beiden stolz.

Vor allem Schülerinnen und Schüler der Unterstufenklassen der Höheren Handelsschule nutzten die Gelegenheit, um sich über verschiedene Berufsfelder und Arbeitgeber in der Region zu informieren. Aber auch einige angehende Absolventinnen und Absolventen aus der Oberstufe sowie der gesamte 12. Jahrgang des Wirtschaftsgymnasiums waren unterwegs, um erste Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen. Schnell herrschte zwischen den Ständen ein reges Kommen und Gehen: Schülerinnen und Schüler stellten Fragen und kamen mit Vertreterinnen und Vertretern der Unternehmen ins Gespräch.

Neben langjährigen (Ausbildungs-)Partnern waren auch neue Unternehmen vertreten. „Die Größe der Messe und die Anfragen der örtlichen Unternehmen steigen jährlich an – ein Zeichen für eine gute und kooperative Zusammenarbeit“, betonten die Lehrerinnen Lagemann und Rethmann. Für die Jugendlichen bedeute das vor allem eines: die Chance, ganz unterschiedliche Branchen und Berufsbilder aus erster Hand kennenzulernen.

Dass das Konzept aufgeht, zeigte sich auch in den Rückmeldungen der Unternehmen. Viele schätzten die offene Atmosphäre und den spontanen Austausch mit den zukünftigen Auszubildenden. So auch Heike Wehlage, Personalleiterin bei den Stadtwerken Rheine, die von Anfang an bei den schulischen Berufswahlmessen dabei war und das „Angebot auf Augenhöhe“ lobte, „bei dem man ganz unkompliziert mit Schülerinnen und Schülern ins Gespräch kommen kann, die kurz vor ihrem Abschluss stehen, und das in einem ihnen vertrauten räumlichen Umfeld stattfindet.“

Für die Schülerinnen und Schüler der Höheren Handelsschule war der Rundgang über die Messe allerdings nur der Auftakt des Tages. Bereits im Vorfeld hatten sie ihre Bewerbungsunterlagen vorbereitet und den Unternehmen zur Verfügung gestellt. Im Anschluss an die Messe folgten daher noch zahlreiche simulierte Bewerbungsgespräche – ausgerichtet auf echte Ausschreibungen und mit der Aussicht auf einen Ausbildungsplatz im kommenden Jahr. „Die Unternehmensvertreter haben sich dafür extra Zeit genommen“, erklärte Cathrin Fielers, Leiterin der Höheren Handelsschule der Kaufmännischen Schulen. Für die Jugendlichen sei dies eine wertvolle Gelegenheit gewesen, „erste Erfahrungen mit einer realistischen Bewerbungssituation zu sammeln“.

Am Ende des Tages fiel das Fazit entsprechend positiv aus: „Wer heute dabei war, hat in viele strahlende Gesichter geschaut – ein Zeichen dafür, dass der Bewerbertag wieder einmal ein voller Erfolg war“, resümierte Fielers. Das zeige auch, wie wichtig der Austausch zwischen Schule und den regionalen Unternehmen für die berufliche Orientierung sei.