Zugegeben: Fußball ist gerade ein wenig langweilig. Der FC Bayern dominiert die Bundesliga, in der Champions League gibts auch nicht so viele Kracher – und bis zum Anpfiff der WM dauert es immerhin noch vier Monate. Fußballödnis überall. Überall? Nicht so ganz. Zumindest nicht, wenn man die Kaufmännischen Schulen besucht. Die machen fußballerisch auch in diesem Februar die spannende Ausnahme und pfeifen zum 27. SV-Turnier an. In gleich zwei Hallen treten 24 Teams an – und sorgen vom ersten Spiel an für Spaß, Spannung und guten Sport. Es geht schließlich um die Ehre als Fußballer:in. Ach was, um die Ehre der gesamten Klasse. Am Tag der Zeugnisausgabe rollt der Ball im Acht-Minuten-Takt – Langeweile steht klar im Abseits.
Es geht zur Sache auf dem glatten Parkett der beiden Sporthallen. Zu bestaunen und zu beklatschen gibt es die ganze Bandbreite fußballerischen Könnens. Millimetergenau Pässe werden in den Lauf der Mitspielerin gezaubert, kunstvolle Volleyschüsse landen unhaltbar in den Maschen und die sehenswerte Parade des Torwarts bekommt den verdienten Applaus des Publikums.
Apropos Halle: Organisator Martin Löffler, der mit seinen Sportkolleg:innen das Turnier sowohl in der Dreifach-Turnhalle der Kaufmännischen Schulen als auch in der Halle des Gymnasiums Dionysianum durchführt, möchte ein großes Lob loswerden: „Nach dem Brand der Turnhalle am Emsland-Gymnasium mussten wir nach einer Alternative suchen. Da hat uns das Dionysianum sehr schnell und unkompliziert geholfen. Dafür können wir uns nur ganz herzlich bedanken.“
In beiden Hallen werden von den Mitschülerinnen und Mitschülern an der Bande alle Akteure auf dem Platz kräftig angefeuert. Auch wenn der Abwehrspieler mal ins Leere grätscht oder die Gegenspielerin eine Konkurrentin alt aussehen lässt. Immer fair bleiben heißt das Motto, sowohl auf wie auch neben dem Spielfeld. Und so haben die Schiedsrichter Jonas Altepost aus der Höheren Handelsschule, Joel Gebbiken (Handelsschule) und Lehrer Nils Heidenreich wenig Mühe. Fair geht halt vor. Da könnte sich so manch ein undisziplinierter Profi oder die ein oder andere Fankurve eine sportliche Scheibe abschneiden.
Fußballer und Zuschauer wissen es gleichermaßen: Sport macht hungrig. Die Abiturient:innen nutzen die Gunst der (Sport-)Stunde und verkaufen Waffeln und Pommes. Das füllt die Abikasse – und sorgt irgendwie auch ein bisschen für Stadionatmosphäre.
Aber zurück aufs Spielfeld. Da bleibt der Fußball ein Spiel der großen Emotionen. Da schlägt ein Spieler die Hände vors Gesicht, weil er nur die Latte getroffen hat, da bleibt einer rücklings auf dem Hallenboden mit ausgestreckten Armen liegen, weil er freistehend vorm Tor die Pille einfach nicht versenkt hat. Und wenn das Runde dann doch im Eckigen zappelt, dann übertönt der Freudenschrei den Geräuschpegel in der Halle, für den die Klassen sorgen. Und es ist Tradition, dass auch hier die guten Leistungen honoriert werden. Das Wirtschaftsgymnasium sahnt gleich zwei Mal ab. Die G 11 C tritt Cheerleader-mäßig mit Pompons auf und gewinnt die Zuschauerwertung. Dicht gefolgt von der G 12 C und der HSB 2 (Handelsschule), die die griffigsten Plakate präsentieren.
Und wenn wir gerade bei den Ehrungen sind: Für ihre begeisternde Ballbehandlung werden Femke Silies und Malte Varelmann als Beste des Budenzaubers ausgezeichnet. Gefolgt von Joline Stienemann, Marjan Sosnowski, Flemming Klümper und Ahmedziia Gholamy. Doch Fußball ist in erste Linie Mannschaftssport, der Teamgedanke steht im Vordergrund. Das lässt sich leicht an der G 11 C ablesen, die Viertel- und Halbfinale souverän gewinnt und sich dann im Endspiel auch von der HHU 1 den Schneid nicht abkaufen lässt und 3:1 siegt. Der Jubel ist riesig, Schulleiter Tobias Raue lässt es sich natürlich nicht nehmen, die Gewinner-Trophäe zu überreichen. Er findet aber auch anerkennende Worte für den zweiten Sieger und für die HHO 6, die im Spiel um den dritten Platz die G 12 A mit 3:2 besiegt. Zumindest an diesem Tag war Fußball dann doch nicht langweilig.

Die Freude der Sieger: Gemeinsam mit Schulleiter Tobias Raue und Klassenlehrerin Simone Kessen feiert die G 11 C ausgelassen ihren Turniersieg.


