Vielleicht war der einwöchige Aufenthalt in Danzig schon ein kleiner Vorgeschmack auf die Osterferien. Für die elf teilnehmenden Schülerinnen und Schüler der Kaufmännischen Schulen Rheine war die Reise in der vergangenen Woche aber vor allem eine Erfahrung, die weit über einen gewöhnlichen Städtetrip hinausging.

Im Rahmen des deutsch-polnischen Austauschprojekts besuchte die Gruppe aus der Jahrgangsstufe 11 des Wirtschaftsgymnasiums gemeinsam mit den Lehrkräften Eva Brockmann-Könemann und Claus Schrichten die Partnerschule „Szkoły Ekonomiczno-Handlowe im. Macierzy Szkolnej“. Bereits beim ersten Aufeinandertreffen zeigte sich, wie schnell das Eis zwischen den Jugendlichen aus Rheine und ihren polnischen Projektpartnern gebrochen war. Bei gemeinsamen Kennenlernspielen kamen sie rasch ins Gespräch. Englisch wurde dabei ganz selbstverständlich zur gemeinsamen Sprache – und funktionierte oft besser als zunächst erwartet.

Inhaltlich stand die Begegnung ganz im Zeichen Europas: In Workshops beschäftigten sich die Teilnehmendenmit dem Motto „Gemeinsam für Europa“. Schnell wurde deutlich, dass viele Themen – ob wirtschaftlich, politisch oder gesellschaftlich – von den jungen Menschen in beiden Ländern ähnlich wahrgenommen werden. Einig waren sich die Teilnehmenden zudem darin, dass „solche Jugendbegegnungen auch für unser Zusammenleben in Europa von Bedeutung sind“.

Neben der inhaltlichen Arbeit im Maximilian-Kolbe-Haus, das als Bildungsstätte und Unterkunft für alle Teilnehmenden diente, blieb auch Zeit, die Stadt zu erkunden. Beim Besuch der Danziger Altstadt, desMuseums des Zweiten Weltkrieges sowie der Westerplatte, wo der Zweite Weltkrieg begann, setzten sich die Jugendlichen mit der bewegten Geschichte der Region – und ganz Europas – auseinander. Schnell fühlten sie sich in ihrer Auffassung bestärkt, „wie wichtig Wissen und Erinnerungen sind, damit so etwas nie wieder geschehen kann“. Die vielfältigen Eindrücke boten immer wieder Anlass für Gespräche und regten dazu an, das gemeinsame Miteinander über Ländergrenzen hinweg bewusster wahrzunehmen. Mitorganisatorin Eva Brockmann-Könemann zeigte sich umso dankbarer, „dass dieses Europa-Projekt – auch dank der Förderung durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk – erneut umgesetzt werden konnte“.

Denn der Besuch in Danzig war nur der erste Teil der noch jungen, inzwischen jedoch fest etablierten Partnerschaft beider Schulen. Ein Gegenbesuch der polnischen Schülerinnen und Schüler in Rheine ist für April geplant – und die Vorfreude darauf ist auf beiden Seiten bereits spürbar.