Kein Zweifel: Auf der Bühne geht die Post ab. Aber so richtig. Kaum haben die Moderatorinnen Jenny Hasche und Verena Höfle ihre Frage gestellt, sprinten zehn Schülerinnen und Schüler von der Seitenlinie in die Mitte, stellen sich in eines der drei dort markierten Antwort-Felder. Wechseln dann hin und her - weil sie sich nicht entscheiden können? Oder ist es Taktik, um die anderen zu verwirren? Wählen im letzten Moment ihre Position. Halten sich gegenseitig fest, wenn´s auf der gewählten Spielfläche zu eng wird. Und das Publikum? Fiebert mit, applaudiert, ruft Lösungsvorschläge in Richtung Bühne, hält den Trubel auf dem Handy für die Nachwelt fest. Und spendet jubelnd Beifall für die richtigen Antworten. Kein Zweifel: Auch unten in der Aula der Kaufmännischen Schulen geht die Post ab. Denn er zieht immer noch, der Quizshow-Klassiker „1,2 oder 3“. Und ist einer der Höhepunkte auf der Abschlussfeier der Handelsschule I und II und der Internationalen Förderklasse. Kein Zweifel: Sie macht allen richtig Spaß, diese „Gameshow“. 

Womit gleichzeitig das Motto der Feier genannt ist: „Gameshow“. Für Spaß am Spiel sorgen Fragen wie „Welche Lehrerin kann Einrad fahren?“ oder „Wer hat die wenigsten Fehlstunden?“ Um Schule geht es immer. Dennoch fragt sich der ein oder andere nach dem Motto einer bekannten Quiz-Show: Wer weiß denn sowas? Bei Nichtwissen wird eben geraten. Für jede korrekte Antwort sind wie beim Show-Vorbild bunte Bälle der Lohn, am Ende ist der Korb der Internationalen Förderklasse prall gefüllt. Für den Sieg gibt es Beifall und Präsente. Wie sich das für eine Gameshow gehört.  

Natürlich greifen Petra Stegemann und Claus Schrichten aus dem Lehrer-Leitungsteam das Motto auf und bewegen sich in der Welt der PC-Spiele. „Level geschafft“, so lautet der treffende Titel für die Abschlussrede. Und schon wieder kommt Bewegung in den Saal. Das Moderatoren-Duo bittet alle Schülerinnen und Schüler aufzustehen. „Was Sie hier sehen, sind junge Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebenswegen, Erfahrungen und Zielen“, sagen die beiden. „Aber eines haben sie alle geschafft: Level 1, das geglückte Ankommen in unserer Schule.“ 

Mit Level 2 seien dann die ersten Herausforderungen wie Klassenarbeiten, Prüfungen, Referate, Bewerbungen auf die Schülerinnen und Schüler zugekommen. Kleine Spitze: Manchmal sei auch das rechtzeige Erscheinen in der Schule eine Herausforderung gewesen. Schmunzeln, Beifall.  

Weil die schönsten Erfolge nicht allein, sondern mit anderen erreicht werden, schaltet das nächste Level 3 in den „Teammodus“. Wieder Bewegung in der Aula: Eltern, Familienmitglieder, Freunde und KollegInnen werden gebeten zu winken. Postwendend kommt der Dank für deren Unterstützung, Geduld und Ermutigung. Die aber auch für die Mitschülerinnen und -schüler gilt: „Viele haben sich gegenseitig geholfen, motiviert und unterstützt. In der Schule, aber auch privat“, sagen Stegemann und Schrichten. Dies stünde zwar nicht auf dem Zeugnis, aber manches davon werde länger bleiben als jede Note.  

Level 4 ist das Jetzt. Der Bosskampf, das Finale. Stolz sein dürfen alle auf den erreichten Abschluss, denn dahinter stünden viele Stunden Arbeit, Durchhaltevermögen und persönliche Entwicklung. Und nun, „game over“ als letztes Level? Nein, eher eine ganz neue Ebene. Ein Schritt in ein unbekanntes Terrain. Für jede, für jeden beginnt heute mit dem Abschluss eine ganz neue Show.  

Die in der Aula gerade auf Hochtouren läuft. Jede gute Show hat ihre künstlerischen Elemente. Lehrerin Petra Stegemann spielt am Klavier und Schüler Siwar Khalil die Saz, ein Saiteninstrument aus der Türkei. Da hallen ganz ungewohnte Klänge türkischer und kurdischer Natur durch die Schule. Das Publikum spendet langanhaltenden Beifall für die Spielkunst. Eine echte Show für Augen und Ohren. Wie auch die Videopräsentation zu Beginn mit bunten Bildern aus dem vergangenen Jahr oder der Ballon-Bogen für Erinnerungsfotos.  

Beifall, den gibt es dann auch für Alina Makieieva und Ibrahim Murad. Für die Abschlussklassen berichten sie vom „Abenteuer“, das vor einem Jahr begann. Aber es habe sich gezeigt: „Es kommt nicht darauf an, wie lange man sich kennt, sondern was man aus dem Jahr macht.“ Und sie hätten vieles gemacht: Erfahrungen gesammelt, Erinnerungen geschaffen und Herausforderungen gemeistert. 

In Anlehnung an die Show „Wer wird Millionär“ berichten sie, dass man so manches Mal gerne den Telefonjoker gehabt hätte und in stressigen Prüfungsphasen am liebsten nach dem Motto „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ gehandelt hätte.  

Der Dank geht an die Lehrer, die „uns nicht wie Kinder, sondern wie Erwachsene behandelt haben.“ Der Umgang sei offen, oft humorvoll und respektvoll gewesen. Sie danken für die Hilfe „und dass Sie auch bei unseren kreativen Entschuldigungen freundlich geblieben sind. Sie haben dazu beigetragen, dass Schule nicht nur ein Ort zum Lernen, sondern auch zum Wohlfühlen war.“  

In einer Gameshow erwarte man ja immer einen Preis. „Wir haben aber Wertvolleres gewonnen als Geld, nämlich Bildung. Das ist kein garantierter Hauptgewinn, aber sie erhöht die Gewinnchanen. Und von daher sind wir heute alle Gewinner. “ Das Abenteuer war nur ein Jahr lang, „aber es war eines, das Spuren hinterlassen wird“, sagen beide unter Applaus. 

Und dann kommt der Höhepunkt der Gameshow: Schulleiter Tobias Raue übergibt gemeinsam mit den Klassenlehrerinnen und -lehrern die Zeugnisse. Besonders ausgezeichnet werden Alina Makieieva und Denys Chornyi als Beste. Doch damit ist die Gameshow noch nicht zuende. Zum ersten Mal gibt es eine Ehrung der Teamplayer. Suliman Shirzai und Siwar Khalil erhalten von Schulleiter Raue eine Urkunde und einen Preis, weil beide sich im abgelaufenen Schuljahr sehr für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler eingesetzt, ihnen geholfen und damit wesentlich zur Klassengemeinschaft beigetragen haben. Und das Wertvollste dabei: Sie wurden von ihren MitschülerInnen vorgeschlagen. Kein Zweifel: ein ganz besonderer Höhepunkt der Gameshow. 

 

Abschlussklassen der IFK, HSA und HSBs

IFK2 mit Klassenlehrerinnen Stephanie Morenz und Verena Wartenberg

HSA mit Klassenlehrer:in Jennifer Hasche und Claus Schrichten

HSB1 mit Klassenlehrer:in Alanah Steuter und Dieter Tebbe

HSB2 mit Klassenlehrerin Verena Höfle (es fehlt Doris Dingwerth)

HSB3 mit Klassenlehrerinnnen Petra Stegemann und Nikola Thygs

Abschlussschüler:innen der IFK, HSA und HSBs

Internationale Förderklasse

Muhammad Al Mayeh
Hamad Almohammad
Rostyslav Brantsevych
Yuliia Chenhych
Ali Haji Ali
Vladislav Konstaninovic Macarov
Zinlabidin Mhamdi
Amanullah Nazari
Yehor Nemudryi
Mariam Noori
Serhii Ponomarenko
Arsenii Protsenko
Suliman Shirzai
Alina Upatova

Berufsfachschule I

Huda Abdallah
Mohammad Al Taher
Vlada Barysheva
Teodora-Iasmina Bobîltiu
Andrii Deruha
Ewa-Jana Janoudi
Kateryna Kalichak
Ares Karhoff
Yelizaveta-Mariia Lemak
Salaheddine Khalil Mourachid
Sofian Moussa
Anastasiia Pitierova
Illia Syziuk
Angelina Wohlatz
Vladyslav Yesipok

Berufsfachschule II

Cedra Al Mahmoud
Laura Al Mahmoud
Adnan Saif Adnan Al-Tameemi
Jamie Luca Jack Arbeiter
Sergio Barbosa Sampaio
Melvin Beeking
Leonita Behljulji
Janne Mattis Biel
Valon Brahaj
Nele Marie Bückers
Hamsa Cheikhi
Denys Chornyi
Amera Demiri
Marin Durda

Alice Ebbeler
Arnesa Gashi
Süleyman Göztok
Moumen Kaisar
Jonas Haaye Kempenaar
Siwar Khalil
Jannik Kloos
Ksawery Lechocinski
Leon Leneschmidt
Paula Löpmann
Nazarii Maha
Alina Makieieva
Leonie Mankowski
Noel Marku
Deeni Mohammed

Ibrahim Murad
Yamen Mustafa
Daniel Nazarenus
Amy-Jolie Pogede
Ali Racheed
Seyd Nagib Rahmani
Zakia Rasheed
Kimberly Schmitz
Kirill Skepu
Jillayne Storck
Nisa Süleymanoglu
Paul Wittenbernds
Leon Wübbels

Absolvent:innen der Internationalen Förderklasse, Berufsfachschule I und Berufsfachschule II

Ausgezeichnet: Schulleiter Tobias Raue zeichnet Denys Chornyi und Alina Makieieva als Beste aus, Suliman Shirzai und Siwar Khalil werden als Teamplayer geehrt (v. li.).