„An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit…“ – das Lied der Toten Hosen, mit dem Sängerin Katharina Kösters die Entlassfeier des Abiturjahrgangs 2026 in der Aula der Kaufmännischen Schulen Rheine eröffnete, konnte nicht treffender gewählt sein: Für die 60 Absolventinnen und Absolventen des Wirtschaftsgymnasiums war es einer jener Tage, von denen man sich wünscht, sie würden noch ein wenig länger andauern: Gemeinsam mit Familien, Freundinnen und Freunden sowie Lehrerinnen und Lehrern blickte die Jahrgangsstufe auf den gemeisterten Weg zum Abitur zurück.
Dass es dabei um weit mehr gegangen sei als um Noten oder Punktzahlen, stellten gleich zu Beginn die Moderatoren Lutz und Claas Hanselle klar: Das von der Jahrgangsstufe gewählte – ebenfalls musikalische – Abimotto „ABBI – The winner takes it all“ sei nicht als Wettstreit um die besten Ergebnisse zu verstehen. Gewonnen hätten auf dem dreijährigen Weg zum Abitur vielmehr alle, die „die Herausforderungen gemeistert, Rückschläge überwunden und ihr Ziel nicht aus den Augen verloren“ hätten. Anders als im gleichnamigen ABBA-Song gebe es am Tag der Zeugnisvergabe keine Verlierer.
Diesen Gedanken griffen auch Ava Lüken und Chiara Rapisarda wenig später in ihrer Rede, stellvertretend für die Jahrgangsstufe, auf – allerdings nicht in Form eines klassischen Rückblicks, sondern als gemeinsam vorgetragenes, humorvolles „Tagebuch“. Darin vermerkt: gute Vorsätze, die schon nach wenigen Wochen dem Schulalltag zum Opfer fielen, Klausurphasen, in denen plötzlich alles wichtiger erschien als das Lernen selbst, legendäre Mottotage, der „Irland-Raum“, der irgendwann zum Treffpunkt für die ganze Stufe geworden sei, Studienfahrten nach Köln oder Brüssel. Ihre Antwort auf die Frage, wer das Abimotto eigentlich erfüllt habe, fiel am Ende angesichts der zahlreichen gemeinsamen Erinnerungen und Erlebnisse recht eindeutig aus: „Vielleicht haben wir einfach alle zusammen gewonnen.“ Entscheidend sei gewesen, „dass wir nie allein waren“: Freundschaften, Zusammenhalt, Eltern, Familien, Freundinnen und Freunde, die zugehört, Mut gemacht und mitgefiebert hätten, seien der eigentliche Gewinn der zurückliegenden drei Jahre gewesen.
Diese Erkenntnis formulierte wenig später auch Schulleiter Tobias Raue: Die Schülerinnen und Schüler hätten im Wirtschaftsgymnasium nicht nur Fachwissen erworben, sondern bei Austauschprogrammen, Praktika, Fahrten und Projekten gelernt, Verantwortung zu übernehmen, selbstständig Entscheidungen zu treffen und füreinander einzustehen. Ihr Erfolg resultiere insbesondere daraus, „dass Menschen ihn gemeinsam möglich“ gemacht hätten – eine Erfahrung, die weit über die Schulzeit hinaus von großer Bedeutung sei.
Folgerichtig erlaubte sich Raue am Ende seiner Ansprache eine kleine sprachliche Korrektur des Abimottos: „Nicht: ‚The winner takes it all‘, sondern ‚The winners take it all‘.“ Nur durch das Verschieben eines Buchstabens werde aus dem Erfolg von Einzelnen der Erfolg eines ganzen Jahrgangs.
Sonja Bruns, Leiterin des Amtes für Schule, Sport und Integration des Kreises Steinfurt, überbrachte die Glückwünsche des Schulträgers. Sie ermunterte die Absolventinnen und Absolventen, stolz auf das Erreichte zu sein und sich einen Moment der Freude und des Innehaltens bewusst zu gönnen, bevor Studium oder Ausbildung schon bald neue Ziele oder Herausforderungen bereithielten.
Besonders emotional fielen die Worte der Elternvertreterinnen Claudia Pollak und Anja Klett aus. Sie blickten voller Stolz – und gleichzeitig Wehmut – auf den (schulischen) Weg ihrer Kinder. Schließlich bedeute das Erreichen des Abiturs häufig auch den Abschied vom Elternhaus. Ihren persönlichen Dank richteten sie an die Jahrgangstufenleiterin Doris Beier-Reeken, zugleich Klassenlehrerin, sowie die Klassenlehrer Rolf Tenambergen und Michael Niemeyer. Sie hätten die Schülerinnen und Schüler in den vergangenen drei Jahren nicht nur fachlich, sondern auch persönlich begleitet, und ihnen dabei jede Menge Unterstützung und Vertrauen entgegengebracht.
Die Ehrung der Jahrgangsbesten rückte zum Abschluss der Feier für einen kurzen Moment schulische Einzelleistungen in den Mittelpunkt: Greta Middelhoff, Celine Pollak, Joline Stienemann, Nils Conrad und Paula Köster wurden für ihr Abitur mit der Bestnote 1,0 ausgezeichnet. Der gesamte Jahrgang, so betonten Schulleiter Raue und Jahrgangsstufenleiterin Beier-Reeken bei der Ausgabe der Abiturzeugnisse, könne jedoch stolz darauf sein, über sich hinausgewachsen zu sein, persönliche Bestleistungen erreicht und den eigenen Weg erfolgreich gemeistert zu haben.
Spätestens als dann die ersten Gläser beim Sektempfang in der Aula erhoben wurden und sich der gesamte Jahrgang mitsamt seinen Gästen auf den Weg zum Abiball in Lütkemeyer’s Gasthof in Dreierwalde machte, zeichnete sich ab, dass „ein Tag wie dieser“ zwar endlich, aber unvergesslich sein würde.



Abschlussschüler
Wirtschaftsgymnasium
Karl-Carlos Averwald
Can-Joel Bilgin
Alex Brant
Nils Noa Conrad
Wladimir Eisfeld
Max Flüthmann
Leon Frank
Michelle Friesen
Jonas Fuchs
Maxim Gemassmer
Mia Gerighausen
Finn Golisch
Alina Graf
Fedy Guetat
Alexander Laurenz Haarmann
Juliane Sophie Hankh
Claas Hanselle
Lutz Hanselle
Alexander Heeke
Marleen Hinterding
Bennet Hüls
Leon Hummel
Zana Hussein
Jana Jakubowski
Christian Kast
Jakob Kessen
Celine Klar
Anna Klett
Paula Josefine Köster
Marie Christin Krane
Jamilia Kruithoff
Lynn Löcken
Ava Lüken
Emily Mai
Greta Middelhoff
Mina Pereira Roling
Niklas Samuel Platt
Céline Chiara Claudia Pollak
Chiara Rapisarda
Nicole Reimer
Jaremy Rempel
Marcel Rode
Paul Johann Schröder
Marleen Antonia Schulte
Kristian Skalka
Joline Stienemann
Florian Stilling
Tim Stockel
Nick Streitenberger
Lasse Matthias Teipen
Johann Frithjof Tschirbs
Leo Vaske
Alexander Walters
Evelin Weberling
Frank Leon Weidner
Lennard Jan Weidner
Theresa Wiesmann
Hugo Hermann Wilbers
Ronja Wilke
Hella Yousiph
Abschlussklassen des Wirtschaftsgymnasiums mit Klassenlehrkräften

G13A mit Klassenlehrerin Doris Beier-Reeken

G13B mit Klassenlehrer Rolf Tenambergen

G13C mit Klassenlehrer Michael Niemeyer










