In der Aula der Kaufmännischen Schulen Rheine liegt gespannte Erwartung in der Luft. 99 Absolventinnen und Absolventen sitzen zwischen ihren Familien, Freundinnen, Freunden und Lehrkräften und warten auf den Moment, auf den sie in den vergangenen zwei Jahren hingearbeitet haben: die Übergabe ihrer Abschlusszeugnisse.

Für die Schülerinnen und Schüler der zweijährigen Berufsfachschule (Höhere Handelsschule) endet an diesem Abend ein wichtiger Lebensabschnitt. Hinter ihnen liegen Unterricht, Klausuren, Prüfungen, gemeinsame Erfahrungen und persönliche Herausforderungen. Vor ihnen liegt vieles, das noch offen ist. Manche wissen bereits genau, wie es weitergeht, andere suchen noch nach dem passenden nächsten Schritt.

Die Abschlussfeier beginnt mit einem ökumenischen Gottesdienst, gestaltet vom Lehrkräfteteam Jennifer Hasche und Nikola Thygs, der evangelischen Pfarrerin Britta  Meyhoff und dem katholischen Pfarrer Thomas Lehmanski. Das Motto „Plot-Twist – Gott schreibt mit“ greift die Situation der Absolventinnen und Absolventen auf: Ein vertrautes Kapitel endet und zugleich markiert dieser Abend einen Wendepunkt: Das nächste Kapitel ist noch nicht geschrieben.

Der Übergang könne sich wie ein Sprung ins kalte Wasser anfühlen, sagt die evangelische Pfarrerin Britta Meyhoff. Schließlich falle der vertraute Stundenplan weg und vieles sei nun nicht mehr fest vorgegeben. Zugleich macht der Gottesdienst Mut, unerwartete Wendungen nicht nur als Unsicherheit, sondern auch als Chance zu verstehen. Familie, Freundinnen und Freunde, weitere Wegbegleiter und der Glaube könnten dabei Halt geben.

Nach dem Gottesdienst führen die beiden Schüler Jonas Altepost und Henning Schlagheck durch das weitere Programm. Pianistin Nakija Angelique Erika Katier begleitet die Feier musikalisch und sorgt für ruhige Momente in der festlich gefüllten Aula.

Schulleiter Tobias Raue greift in seiner Ansprache das Lied „Gut genug“ von KitschKrieg, Blumengarten und Shirin David auf. Im Mittelpunkt steht die Frage, wer eigentlich festlegt, was im Leben genug ist. Wir Menschen seien heute vielen Erwartungen ausgesetzt und sollten leistungsfähig, erfolgreich und möglichst ständig bereit zur Selbstoptimierung sein. Doch nicht jede Stimme von außen kenne die ganze persönliche Geschichte eines Menschen. Andere könnten beraten, widersprechen und ermutigen. Den eigenen Maßstab für ein gelungenes Leben sollten die Absolventinnen und Absolventen jedoch nicht aus der Hand geben. „Optimierung beginnt häufig mit einem Mangel. Entfaltung beginnt mit Vertrauen“, betont Raue. Niemand müsse an diesem Abend bereits einen Plan für die nächsten zwanzig Jahre besitzen. Es reiche, sich den nächsten Schritt zuzutrauen und dabei auf die eigenen Erfahrungen, Fähigkeiten, Interessen und Werte zu hören.

Die stellvertretende Landrätin Frau Sarah Lahrkamp überbringt ihre Glückwünsche und dankt den Lehrkräften, den Familien, der Schulleitung und den Schülerinnen und Schülern. Mit dem Abschluss beginne ein neuer Abschnitt und damit die demokratische Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen, selbst zu denken und die Zukunft aktiv mitzugestalten. Das Leben funktioniere dabei nicht wie ein Beautyfilter, der Schwierigkeiten einfach verschwinden lasse. Umwege und unerwartete Kurven könnten jedoch dazu beitragen, zu wachsen und die eigene Geschichte weiterzuentwickeln.

Elternvertreterin Frau Prof. Dr. Jessica Merten rückt die individuellen Wege der Absolventinnen und Absolventen in den Mittelpunkt: Hinter 99 Abschlüssen stünden auch 99 persönliche Geschichten und ebenso viele Zukunftspläne. Zugleich hob sie die bodenständige, direkte und praxisnahe Arbeit der Kaufmännischen Schulen Rheine hervor. Bewerbungstrainings, Berufswahlmessen und weitere Angebote hätten immer wieder den Bezug zum Berufsleben hergestellt und gezeigt, dass Schule weit über den Unterricht im Klassenraum hinausreiche.

Doch nicht nur große Entscheidungen und Zukunftsfragen prägten die gemeinsame Schulzeit. Auch ganz alltägliche Gedanken gehörten dazu – etwa die beinahe tägliche Frage: „Kommt der Zug heute pünktlich?“ Eine Erinnerung, die für ein Schmunzeln sorgt und zeigt, wie viel gemeinsamer Alltag hinter dem Jahrgang liegt.

Dann nehmen die 99 Absolventinnen und Absolventen ihre Zeugnisse aus den Händen ihrer Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer sowie von Schulleiter Raue entgegen. Damit erhalten sie den Nachweis über den erfolgreichen Abschluss des schulischen Teils der Fachhochschulreife.

Besondere Anerkennung erhält Alina Lambers, die als Jahrgangsbeste für ihre herausragenden schulischen Leistungen geehrt wird. Gleichzeitig wird ihr der neu ins Leben gerufene Preis für besonderes soziales Engagement verliehen. Für diese Auszeichnung wurde sie von ihren Mitschülerinnen und Mitschülern gewählt. Diese begründeten ihre Entscheidung unter anderem damit, dass sie ihnen stets geholfen und schwierige Inhalte verständlich erklärt habe. Als Anerkennung erhielt sie dankenswerterweise einen Gutschein von Decathlon in Rheine.

Anschließend verlagert sich die Feier auf den Schulhof. Nun wird angestoßen, gelacht und fotografiert. Eltern umarmen ihre Kinder, Freundinnen und Freunde rücken für Gruppenbilder zusammen, und Lehrkräfte kommen mit den Absolventinnen und Absolventen ins Gespräch. Beim Sektempfang im Innenhof mischen sich Erleichterung, Stolz und Vorfreude.

Für 99 junge Menschen beginnt damit ein neues Kapitel – mit eigenen Entscheidungen, neuen Möglichkeiten und wahrscheinlich auch dem einen oder anderen unerwarteten Plot-Twist.

Abschlussklassen der Höheren Handelsschule

HHO1 mit Klassenlehrerin Sabine Franke

HHO4 mit Klassenlehrer Björn Tschirbs

HHO2 mit Klassenlehrerin Sandra Lagemann

HHO5 mit Klassenlehrer Eike Garlichs

HHO3 mit Klassenlehrerin Cathrin Fielers

HHO6 mit Klassenlehrer Simon Kock

Jahrgangsbeste Alina Lambers (mittig) mit Schulleiter Tobias Raue (links) und Klassenlehrerin Sabine Franke (rechts)

Abschlussjahrgang der Höheren Handelsschule

Absolvent:innen der Höheren Handelsschule

Serhat Acar 

Adrian Ajvazi 

Dennis Ajvazi 

Lana Al Shamaa 

Jonas Altepost 

Saadet Ataman 

Beeke Baackmann 

Kilian Tarek Berger 

Elisa Bertels 

Leon Bilgin 

Nic Blome 

Marques Bönisch 

Gentijan Brahimi 

Ann-Kathrin Brink 

Marlon Bröker 

Damian Ilian Brom 

Paula-Sophie Bülter 

Farah Sabil Chabou 

Giuliano Costa 

Rafael da Silva Coelho 

Ege Dambaz 

Nicolle de Holanda Böhme 

Anni Dembsky 

Anna Diagilieva 

Tyler Dietz 

Justus Dreinemann 

Antonia Drente 

Selena Durgut 

Damian Eichmann 

Merched El-Ammouri 

Isabel Fischer 

René-Maurice Gerdes 

Claudiu-Marian Gheorghe 

Ahmedziia Gholamy

Viktorija Gjorgjieva 

Ilayda Gürkan 

Linus Heckhuis 

Shayena Nayla Heil 

Dominik Heupink 

Jolina Hinzmann 

Rudolf Hoffmann 

David Hopp 

Johannes Hulsmeier 

Dan Zhou Hutchings 

Lotte Johnsdorf 

Süleyman Kanal 

El-Emin Karakas 

Lian Kipp 

Flemming Klümper 

Aleksandar Kocev 

Maya Kortemeyer 

Lotta Kramer 

Amanda Krasniqi 

Hannes Kues 

Lea Kuper 

Alina Lambers 

Lisa Leok  

Mattes Lüttmann 

Nibaasha Mahendran 

Lenny Elias Meller 

Evelyn Miller 

Viktorija Miteva 

Enny Sophie Mombaur 

Emili Nikitina 

Pius Benedikt Odianosen Osobase 

Lisa Peeters 

Demir Pepic 

Juna Pleie 

Emanuel Rautland 

Theo Reimann 

Artur Rein 

Sophia Romero Ehling 

Margarita Sahiti 

Jaden Salzmann 

Emelie Sand 

Jonas Satow 

Henning Schlagheck 

Max Schlegel 

Maresa Schmitz 

Danica Leonie Schweizer 

Niclas Maximilian Schwenk 

Lina Schwezow 

Fabio Serrano Facchin 

Mehmetali Seymen 

Sharina Maria Singh 

Aleksandra Sliz 

Bianca-Andreea Sofrone 

Dennis Suchy 

Mika Tegeder 

Jannes ten Brink 

Phillip Tibbe 

Mats Twieling 

Bennett van den Berg 

Lena Veltmann 

Lana Vogel 

Jonas Wehmeier 

Peter Wehning 

Luke Woltering 

Burim Ziju