Carolin Bothe hat die Schülerinnen und Schüler gewarnt: „Diese Bonbons sind mit Vorsicht zu genießen.“ Und Sekunden später zeigt der Blick in die verzerrten Gesichter der Mutigen, die beherzt in die Tüte gegriffen haben, dass der Hinweis mehr als berechtigt war. Von Genießen kann keine Rede sein. Diese Bonbons sind tatsächlich der ultimative Härtetest für die Geschmacksnerven. Sauer macht hier nicht lustig. Wer sie lutscht, vergisst für einen Augenblick die Welt um sich herum. „Genau diese Wirkung ist aber beabsichtigt“, erklärt Sozialpädagogin Bothe der erstaunten Klasse. Die Chili-Bonbons können im wahrsten Sinne des Wortes ein Ablenkungsmanöver sein. „Bei Menschen, die sich gerade in einer emotional stark aufwühlenden Situation befinden und Impulse von außen nicht verarbeiten können, sorgen die Bonbons für eine Ablenkung, damit Entschärfung und wiederkehrende Handlungskontrolle“, sagt die Kinderschutzfachkraft. 

Carolin Bothe ist zu Gast in den Kaufmännischen Schulen und berichtet im „Projekt gegen Kindesmissbrauch und Kinderprostitution“ in der Höheren Handelsschule von der Arbeit des Kinderschutzbundes Rheine. Die Beratung im Bereich der sexualisierten Gewalt ist einer der vielen Schwerpunkte, Tendenz steigend. „Wir haben um die 15 Anfragen pro Woche, manchmal mehr“, sagt Bothe. Sie präsentiert die aktuellen Zahlen des abgelaufenen Jahres: Insgesamt seien 1099 Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen im Jahr 2023 beraten worden.   

Allein diese Zahlen belegen, wie wichtig das Kinderschutz-Zentrum als örtliche Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, aber auch Eltern, Lehrkräfte, Familienangehörige oder Nachbarn ist. Bothe macht deutlich, dass die Reaktionen von Kindern und Jugendlichen sehr unterschiedlich sind und erläutert, wie wichtig es ist, zunächst zu verstehen, wie groß die seelische Not ist, um dann entscheiden zu können, wie kurz- und langfristig geholfen werden kann. 

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Infoclip zur Spendenaktion

Eine schnell einsetzbare Sofort-Hilfe kann dabei der „Handwerkskoffer“ für Menschen sein, die häufig mit emotional aufwühlenden Zuständen zu kämpfen haben, die alltägliche Situationen als belastend empfinden. Bei sexuellem Missbrauch kann etwa schon ein bestimmter Geruch, ein Ort oder eine Situation zum Trigger werden, der unangenehme Gefühle provoziert. Im ersten Moment hilft dann Ablenkung. Etwa mit Chili-Bonbons. Oder mit Anti-Stress-Bällen, ätherischen Ölen, Gummibändern, Akkupressur-Ringen oder Notfallkärtchen. Wie Bothe berichtet, ist alles geeignet, was dazu beiträgt „eine belastende Situation zu entschärfen, wieder die Kontrolle zu bekommen und zu entspannen.“ Diese sogenannten Skills helfen dabei, Impulse zu verarbeiten. Sie können aber auch dabei unterstützen, sich und den Körper wieder zu spüren.  

Wer diese Notfall-Tasche bei sich hat, der fühlt sich sicher. Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass diese mit Inhalt um die 15 Euro kostet. Und schnell reift in der Klasse ein Plan: „Wir möchten den Kinderschutzbund Rheine unterstützen und 35 solcher Koffer spenden“, lautet der spontane Klassenbeschluss.  

Der sich beim anschließenden Besuch in den Räumen des Kinderschutzbundes an der Thiemauer 9 festigt. Hier können sich die Projektschüler die Räume ansehen, erfahren mehr über die pädagogischen und psychotherapeutischen Angebote, informieren sich über Einzel-, Spiel und Gesprächsmöglichkeiten und bringen in Erfahrung, dass manche Kinder einen Blick in ihr Seelenleben nicht in Gesprächen, aber beim Malen von Bildern zulassen können.  

Und auch der Fußball-Tischkicker auf dem Flur hat seine Funktion, etwa zum Stressabbau. Beim Probespielen stellen die Schülerinnen und Schüler schnell fest: Das Spielgerät gehört nicht mehr zum aktuellsten Inventar und hat seine beste (Spiel-)Zeit hinter sich. Schon auf dem Rückweg zur Schule reift die Idee, nicht nur Spenden für die Handwerkskoffer, sondern auch für einen neuen Tischkicker zu sammeln. Und mehr noch. Weil Carolin Bothe erklärt hat, dass der Kinderschutzbund auf Unterstützung angewiesen ist, wenn er alle Hilfsmöglichkeiten ausschöpfen will, entscheiden sich die Schülerinnen und Schüler dafür, die Spendenaktion etwas größer aufzuziehen und Geld für die tägliche Arbeit des Kinderschutzbundes Rheine zu sammeln.   

Werden Sie Schutzengel! 

 

Bitte helfen Sie uns: Die Kaufmännischen Schulen 

suchen private Spender und Unternehmen als Sponsoren 

 

Schnell waren sich alle einig: Wir wollen nicht nur darüber reden, wir wollen helfen! Der Kontakt der Schülerinnen und Schüler aus dem „Projekt gegen Kindesmissbrauch und Kinderprostitution“ mit dem Kinderschutzbund in Rheine war so beeindruckend, dass sie beschlossen haben, Spenden zu sammeln. Und so haben sie die „Schutzengelaktion“ ins Leben gerufen. Was steckt dahinter?  

 

Alle Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrerinnen und Lehrer der Kaufmännischen Schulen sind aufgerufen, als „Schutzengel“ einen Euro zu spenden. Die Klassen werden mithilfe eines kurzen Videos, an dem auch Carolin Bothe mitgearbeitet hat, über die Aktion informiert. 

Die Kabarettistin Lisa Feller hat es schon getan: Für die Verlosung spendet sie zwei Freikarten für Ihren Auftritt am 31. Mai 2024 in Rheine.  

 Über die Berufsschulklassen möchten die Projektschüler auch die Unternehmen informieren und um Spenden bitten.  

Die Vielseitigkeitsreiterin Ingrid Klimke hilft uns auch, sie unterstützt uns finanziell.  

 

Dringende Bitte der Klasse: „Um den Mitschüler*innen einen Anreiz zu bieten, die Aktion zu unterstützen, soll eine Verlosung stattfinden. Um diese Tombola ausrichten zu können, suchen wir dringend Preise in Form von Gutscheinen, Produkten oder Geldbeträgen. Unternehmen aus der Region können sich gerne an uns wenden. 

 

 

Wer an unserer Schutzengelaktion teilnehmen und den Kinderschutzbund Rheine unterstützen möchte, der kann seine Spende auf das Konto des Fördervereins der Kaufmännischen Schulen Rheine, Kontonummer DE30 4035 0005 0000 0834 10 – Stichwort: „Schutzengelaktion“, überweisen. Danke für Ihr Engagement.